Die Nachfrage aus Russland sei kräftig gestiegen, so Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels
(BGA). Ihm stimmt Alexander Koch von der HypoVereinsbank zu. Die deutschen Unternehmer gehen davon aus, dass das Russlandgeschäft
weiter wachsen wird. Die deutschen Einfuhren aus Russland sind 2005 um rund 30 Prozent gestiegen, die Exporte nach Russland sind bereits höher
als die deutschen Verkäufe nach Japan. Laut BGA haben die Russen auch die Tschechen, Polen und Ungarn nun überholt. Die in
Russland tätigen deutschen Unternehmen planen Investitionen von mehr als 2 Mrd. €, vor allem im Energiesektor und in der Automobilindustrie. Weltweit ist Russland der größte Exporteur des Erdgases und der zweitgrößte Lieferant des Erdöles. Börner zufolge kommt dies
vor allem deutschen Maschinen- und Anlagebauern sowie Autoherstellern zugute. Dank der Ausfuhr nach Russland werde der deutsche
Export 2006 insgesamt um 8 Prozent expandieren. Die Exporteure profitieren von guten politischen Beziehungen. Nach eigenen
Angaben hat Siemens im Geschäftsjahr 2004/2005 der Konzern rund ein Drittel mehr Aufträge aus Russland als im Vorjahr erhalten.
Die Nachfrage sei 1,3 Mrd. € erreicht. BMW berichtet von einem Absatzplus von 30 Prozent. Russlands Konjunktur dürfte sich in der ersten Jahreshälfte 2006 noch beschleunigen, so Rory MacFarquhar von Goldman Sachs.
(Nach Mitteilungen der deutschen Presse, 09.01.2006)