Moskau ist die größte Stadt Russlands und eines der wichtigsten politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen
Zentren der Welt. Sie kann man nicht in wenigen Worten beschreiben. Sie ist eine eigene Welt, ein interessantes Phänomen.
Über Moskau kann man nichts eindeutig sagen:
– Ist die russische Hauptstadt schön oder nicht so attraktiv?
– Ist Moskau alt oder jung?
– Ist diese Stadt ruhig oder ist sie ständig im Stress?
– Ist Moskau eine Metropole oder nur ein riesiges Dorf?
Moskau ist das alles und noch viel mehr. Eines ist richtig: Moskau ist nicht leicht zu definieren. Nicht jeder Russe und kaum
ein Ausländer kann Moskau und seine Bewohner richtig verstehen. Moskau hat seine eigene Seele, seinen eigenen Charakter, seinen
eigenen Lebensstil, seine Traditionen. Moskau ist über 850 Jahre alt, hat viel gesehen und vieles erlebt.
So hat das ganze angefangen:
Im 13. Jahrhundert wurde Moskau Hauptstadt eines Fürstentums. Im 14. Jh. bildete Moskau das Zentrum des Moskauer Großfürstentums
und seit der zweiten Hälfte des 15. Jh. übernahm es die Rolle einer Hauptstadt des geeinten Russischen Reiches. Nach Verlegung
der Hauptstadt nach St. Petersburg (1712) behielt es seine Bedeutung als "zweite Hauptstadt". Während des Vaterländischen
Krieges 1812 fiel sie von September bis Oktober in die Hand der französischen Truppen Napoleons I. und wurde stark zerstört.
Moskau hat sich im Verlaufe des 20. Jh. zum wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Russlands und der UdSSR herausgebildet.
Moskau verfügt über 60 professionelle Theater, z. B. Bolschoi (Großes), Malyj (Kleines), Tschechow-Künstlertheater (MChAT
im. Tschechowa), Gorkij-Künstlertheater (MChAT im. Gorkogo), Wachtangow-, Jermolowa-, Majakowskij-, Mossowjet-, Satire- und
Taganka-Theater, Zentrales Theater der Russischen Armee, Zentrales Puppentheater, zahlreiche Nationalbibliotheken (Russische
Staatsbibliothek, Bibliothek für ausländische Literatur, Historische usw.), 74 Museen und Gemäldegalerien, darunter das Historisches
Museum, die Diamantenfonds, die Waffenkammer des Kreml (Orushejnaja Palata), das Puschkin-Museum für bildende Kunst, die staatliche
Tretjakow-Galerie u. a.
Die alten Stadtteile Moskau haben eine radial-konzentrische Struktur. Den historischen Kern bildet das Ensemble des Kreml,
daneben der Rote Platz mit der Basiliuskathedrale. Unter den erhaltenen Architekturdenkmälern ragen die Ensembles der ehemaligen
Wehrklöster um Moskau heraus (Andronnikow, Donskoj, Danilow, Neues Jungfrauenkloster, Simonow u. a.), außerdem die Adelsresidenzen
Kuskowo, Ostankino, Kusminki, Zarizyn usw. sowie Kirchen und einzelne Gebäude des 17 Jh. In den 20er und 30er Jahren des 20
Jh. wurden das Zentrum und die wichtigsten radialen Magistralen der Stadt rekonstruiert, wobei verschiedene historische und
architektonische Denkmäler zerstört wurden. Ab Mitte der 50er Jahre erfolgte die großflächige Bebauung mit typisierten Wohnblocks,
Schaffung neuer Wohngebiete sowie großer, teils öffentlicher Gebäudekomplexe (Hochbauten im "Zuckerbäckerstil", z. B. Lomonossow-Universität
auf den Worobjow-Bergen; Zentralstadion im Lushniki-Park, Staatlicher Kreml-Palast, Gebäudeensemble am Neuen Arbat, Bauten
zu den Spielen den XXII. Olympischen Spielen 1980).
All das hat dazu geführt, dass sich um Moskau die größte städtische Agglomeration der Russischen Föderation mit ca. 15 Mio.
Einwohnern und der größten Kaufkraft herausgebildet haben.