St. Petersburger Wirtschaftsforum: neue Digitalisierungsinitiative
Friday, 2. June 2017
Im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der russische Industrieverband RSPP eine Digitalisierungsinitiative für russische Unternehmen und Institutionen gestartet.

Über eine gemeinsame Plattform sollen der Austausch von Know-how organisiert und Kooperationen zwischen deutschen und russischen Unternehmen und Institutionen gefördert werden. Unter anderem ist der Aufbau eines Demonstrationszentrums der deutschen Wirtschaft für Digitalisierungslösungen in Russland vorgesehen. Unterschrieben wurde die Vereinbarung am 1. Juni auf dem St. Petersburger Wirtschaftsforum durch  Roland Busch, Mitglied des Ost-Ausschuss-Vorstands und Vorstandsmitglied der Siemens AG, sowie Alexander Shokhin, Präsident des RSPP.

Russland ist auf dem Weg zum größten E-Commerce-Markt Europas. Nirgendwo in Europa gibt es mehr Internetnutzer und Programmierer. Russische Firmen wie Yandex oder Kaspersky Lab gehören zur Weltspitze. Die deutsche Wirtschaft wiederum ist Vorreiter beim Thema Industrie 4.0 und damit bei der Implementierung digitaler Anwendungen im Produktionsalltag. „Beim Thema Digitalisierung gibt es ein riesiges Potenzial für eine intensivere Zusammenarbeit mit Russland“, betonte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Büchele. „Dringend notwendig sind dazu auch Gespräche über einheitliche Standards für die Digitalisierung in Europa.“

Aktuell wird angenommen, dass weltweit nur 3,5 Prozent und in Russland ein verschwindend geringer Anteil der Fabriken in digitale Netzwerke zur Analyse und Optimierung von Produktionsprozessen integriert sind. In zehn Jahren könnten es schon 75 Prozent sein. Hier entsteht ein riesiger Markt. 2016 wurde deshalb im Ost-Ausschuss ein Arbeitskreis Digitalisierung gegründet, der die Aktivitäten deutscher Unternehmen in Richtung Osteuropa bündelt und neue Initiativen startet.

Die Unterzeichnung der Kooperation mit dem RSPP fand direkt im Anschluss an eine hochkarätige Diskussionsrunde zum Thema „Smart Factoring – Efficiency Enhancement by Networked Production“ statt, die durch den früheren Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold moderiert wurde. Zu den Teilnehmern der Diskussionsrunde gehörten neben Roland Busch (Siemens) auch der zuständige Minister der Eurasischen Wirtschaftskommission Sergey Sidorsky, Alexander Khatyn, Geschäftsführer von Yandex Data Factory, Andrej Bievetski, Geschäftsführer von SAP Labs in den GUS-Staaten, Igor Bogachev, Vize-Präsident des IT-Clusters der Skolkovo Stiftung sowie Rainer Lindner, CEO für Zentral- und Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika der Schaeffler AG.

© Pressemeldung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft

 
Besucher: 925397
© 2017 bayern.ru
Das bayerische Büro in Moskau | E-Mail: info@bayern.ru | Deutsch | Russisch

PRDESIGN