Das 11. Internationale Moskauer Bierfestival 2010
Monday, 12. July 2010
Das große Moskauer Bierfestival findet dieses Jahr bereits zum zwölften Mal statt. Im Sportkomplex Luschniki wächst auf 40 Hektar ein ganzes Bierstädtchen heran, das aus vielen farbigen Pavillons und Zelten besteht. Auch für das leibliche Wohl ist gut gesorgt: Die Besucher des Festivals können über 40 verschiedene Gerichte und mehr als 160 Sorten Bier kosten. Die Auswahl der Biere reicht von bodenständig-günstig bis zu exklusiv-teuer. Der Gerstensaft stammt nicht nur aus Russland, die teilnehmenden Länder reichen von Deutschland bis Laos.

Die Idee entstand — wie sollte es auch anders sein — auf dem Oktoberfest. 1998 war der Oberbürgermeister Jurij Luschkow auf Einladung des russischen Generalkonsuls Michail Logwinow  zu Besuch in München. Die Stimmung beeindruckte ihn so sehr, dass er beschloss, ein solches Fest auch in Moskau einzurichten. Damit in der russischen Hauptstadt echtes Oktoberfestfeeling aufkommt, wird jedes Jahr ein Holzfass mit bayerischem Bier aus München geliefert und von hohen Vertretern Bayerns und Moskaus gemeinsam angezapft. Eine Blaskapelle in Lederhosen sorgt für urige Stimmung und die bekanntesten bayerischen Brauereien präsentieren ihr flüssiges Hopfengold.

Neben den Bierproben wird außerdem ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten. Livekonzerte von Bands machen Stimmung und in zahlreichen Wettbewerben können sich die Besucher messen: Die besten Grillmeister, Torschützen und die stärksten Männer werden gesucht. Anlässlich der WM wird ein ganzer Fußballpark aufgebaut. Dem Klischee nach passen Fußball und Bier bestens zusammen. Alle Nicht-Fußballfans können sich von Künstlerperfomances beeindrucken lassen oder derweil im Discobereich ihre Hüfte schwingen.

Auch die Kritiker werden zufrieden gestellt. Immerhin steht auf der Homepage im Kleingedruckten: „Der übermäßige Gebrauch alkoholischer Getränke schadet Ihrer Gesundheit.“

 

Und weil der Alkoholmissbrauch unter den Jugendlichen mittlerweile zu einem beängstigenden Trend geworden ist, steht das Festival dieses Jahr, wie schon 2009, unter der Motto „Bist du schon 18 — zeig deinen Ausweis!“ und damit einem strikten Alkoholverbot für Minderjährige. Soweit die Theorie. In der Praxis konnten Jugendliche letztes Jahr bei einem Test in neun von zehn Zelten problemlos an Alkohol kommen, kritisierte Anton Beljakow, Abgeordneter der Staatsduma und Mitglied der Partei Einiges Russland. Er hat sich lautstark gegen „dieses gesundheitsschädliche Massenbetrinken“ ausgeprochen, das auf Kosten der Gesundheit gehe. Es sei ein profitables Geschäft, das den Jugendlichen das Geld aus der Tasche ziehe und sie zu Alkoholikern mache, erklärt der Abgeordnete gegenüber medportal.ru.

(c) Moskauer Deutsche Zeitung


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